03.10.05 - Fundbureau (HH)
 

Endlich ab in die Hansestadt! Die Stimmung im Bus ist fantastisch. Die Band ist gut drauf. Aus den Boxen schallt "Parmesan".
In Hamburg angekommen fahren wir zu Marion, unserer Gastgeberin, und laden unsere Sachen aus. Hep, hep alle unter die Dusche (in Lychow ging's nicht) und dann ab ins Fundbureau.
Ein schöner Laden! In regelmäßigen Abständen donnert die S-Bahn über unseren Köpfen hinweg und unterstützt so den tiefsitzenden Kopfschmerz, der sich in unser aller Schädel festgekrallt hat. Auch die Interstellar Pirates sind wieder mit von der Partie. Nille hat ein T-Shirt mit einem umgekehrten Kreuz und einem Jesus, der einen Spagat macht an. Blasphemisch. Aber irgendwie gut.
Nachdem also die Pirates, und NeonPark (eine einheimische Band) Ihr Bestes gegeben haben, sind wir an der Reihe.
70 % des Publikums sind aus Kassel hergezogene Bekannte, aber wenigstens handelt es sich bei ihnen weder um dicke Dorfpomeranzen, 50jährige Alkoholiker oder sonstige Randgruppierungen. Nein, in Hamburg sind die Leute ganz normal. Zumindest bis wir in einem penibel genau abgepaßten Moment ca. 30 kleine Vodkafläschchen mit abgelaufener Ahoi-Brause unauffällig ins Publikum gleiten lassen. Klar, das danach alle besoffen sind.
Im Anschluß an das Konzert gehen wir rüber in die Astrastube, in der ebenfalls ein Konzert stattgefunden hat. Eigentlich will Steffan, der Wirt schließen, aber als ihm klar wird, dass bei uns und unseren Fans Geld keine Rolle spielt, bleiben die Rollläden spontan oben. Wie überall lernen wir haufenweise neue Freunde kennen, was höchswahrscheinlich an dem Charme und sprühendem Wortwitz liegt, den die sympathische Band ausstrahlt.
Nach ca. 1,5 Stunden Solidaritäts-Saufen und liebevollen Paartänzen verlassen wir die durchgerockte Spielunke. Steffan ist jetzt reich und die Existenz der Astra-Stube ist gesichert.
Als die Gruppe C aus förmlichen Gründen durchzählt wird schnell klar: Einer fehlt! Es ist - wie kannes anders sein - Nils, der vollste von Allen. Bei ihm haben sich mittlerweile verpflichtende Mutterinstinkte für Steffan entwickelt, den er nie wieder alleine lassen möchte. "Entweder Ihr haut sofort ab, oder ihr trinkt Schnaps!" sagt Steffan. Klar, wofür wir uns entscheiden. Dann schmeißt uns Steffan gutgelaunt raus. Hier hat die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht.
Leider ist Nils des Laufens nicht mehr mächtig, sodass wir ihn spontan in einen Einkaufswagen schmettern und ihm den Mund verbieten. Ein logistischer Riesenspass für alle in der Gruppe C.
Etwas unentschlossen knallen wir uns etwas halbherzig in einigen Spielunken diverse Gersten-Kaltschalen rein bis wir endlich unsere Traumkneipe finden. Ein letztes Mal bäumen sich Charme und Wortwitz in einer zweistündigen Stichflamme auf. Plötlich merken alle erschrocken: "Wir sind paute." Der Abend ist beendet. Die Wirtin regt vorsichtig an den Saal zu räumen. Sie hatte den Trick mit dem Freischnaps nicht raus. Schade. Zuhause noch eine abschließende Fackel, und dann mit hysterischemm Männergekichere in die Heia. Stumpf und bierselig schlafen wir ein.

Nächstes Mal kommen wir wieder.


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